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Das Mädchen ohne Handy

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~Onades~
Veröffentlicht: 05.10.2023 21:04
Aktualisiert: 05.10.2023 21:07
Kategorie: Dies & Das
Tags: Handy, Hokuspokus, Simsalabim
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Kurzbeschrieb:
Eine Geschichte des Versagens.

Text

„Ach“, seufzt das Mädchen, dem sein Handy genommen wurde und das nun verbittert seine dadurch neugewonnene Freiheit geniesst. 

„Ach“, seufzt es, weil es jetzt alleine die altgewohnten Wände in seinem Zimmer anstarrt und sich fühlt, wie eine Fremde in in ihrem eigenen Leben. 

Das Mädchen grübelt und grübelt, doch es weiss beim besten Willen nicht, was es nun mit seiner Zeit heute, morgen, übermorgen und bis ans Ende seiner Tage, tun soll. Desensibilisiert, wie es ist, findet es keine Freude mehr am Leben ganz ohne Bildschirm.

Die Gedanken türmen sich und die Welt verschwimmt vor den glasigen Augen des überforderten Mädchens.

Die Wände rücken näher.

Das Mädchen wippt ruhelos mit dem rechten Fuss. 

So viel könnte es tun, jetzt, wo es frei ist. 

Das Wippen wird energischer.

So viel.

Ein Ruck durchfährt das Mädchen. Sein Fuss knallt gegen die Bettkante.

Nichts kann es tun.

Fluchend greift es nach seinem Handy und schon ist der Kampf vorüber. 

Fragt sich bloss, ob es sich gelohnt hat.

Kommentare

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Am 07.10.2023, ~Onades~
Hi Mondträumerin
Viel Dank für dein ausführliches und ehrliches Feedback. Das ist mir eine grosse Hilfe. Ich werde den Text überarbeiten, ihn etwas mehr ausführen und die Adjektive bedachter wählen (ich war gerade in einer Schreibblockade - bin es wohl noch immer - deswegen wirkte es alles etwas gestelzt und die Adjektive nicht wie gewünscht).
Dein Kommentar hat mir geholfen, meine Gedanken zu ordnen. Mur ist nun klaren, worauf ich mit dem Text hinauswollte. Einerseits will ich es tatsächlich wie ein Mädchen gestalten, das heisst, es wird weniger über die Figur verraten, als über ihre Geschichte (wenn das verständlich ist). Andererseits will ich die Geschichte in verschiedene Etappen unterteilen. Zuerst soll diese Beklommenheit und Verdrossenheit dargestellt werden, daraufhin die Sehnsucht und die Hoffnung und zuletzt vielleicht die Überforderung und die Angst vor den Möglichkeiten. Du hast also recht, wenn ich die Geschichte mehr ausführe, dann kann ich auch diese Etappen einbauen.
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Am 07.10.2023, Mondträumerin
Adjektive bestimmen die Atmosphäre einer Geschichte, wie du bestimmt weisst. "Glasig, ruhelos, desensibilisiert" ... alles wunderschöne (:)) Adjektive.

Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen, und habe meine Meinung deutlich erklärt.

Ich freue mich auf deine Antwort,
Liebe Grüsse,
Träumerin :)
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Am 07.10.2023, Mondträumerin
Und zum Berühren: Deine Satzkonstruktion und die Struktur der Geschichte gefallen mir, wirklich, aber der Text hat mich nicht richtig berührt. Vielleicht liegt es auch einfach an mir, aber dass wollte ich noch kurz erwähnen.

Vielleicht war das alles Absicht, dass die Geschichte mehr ein wenig wie ein Märchen erzählt wird, und die Gefühle weniger aufkommen, und vielleicht auch nicht.

Das Mädchen wirkt auf mich ein wenig wie ein Roboter, aber vielleicht ist das bewusst so.

Allerdings ist die Geschichte tiefgründig und sie lädt zum mehrmals lesen ein. Auch der letzte Teil gefällt mir sehr, ab "Die Wände rücken näher". Da gibt es für mich eigentlich nichts mehr zu verändern.

Sooo, noch ein letzter Punkt: Kennst du die Schreibregel "Brauche keines der drei ersten Adjektive, die dir einfallen." Damit meine ich nicht, dass deine Adjektive langweilig sind, aber du könntest vielleicht noch ein wenig mehr Adjektive anfügen.

Vorschlag: "...grübelt und grübelt verkrampft nach..."
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Am 07.10.2023, Mondträumerin
Hi Onades

Dein Text ist unterhaltsam. Ich habe das Gefühl, dass viel zwischen den Zeilen zu lesen ist.

Da du dir ein Feedback wünscht, gebe ich dir kurz eines.

An sich ist die Geschichte sehr bedeutungsvoll, denke ich, aber ich finde, alles geschieht ein wenig zu schnell. Nach "...übermorgen und bis ans Ende seiner Tage, tun soll..." könntest du beispielsweise noch anfügen, was es tun könnte. z.B Sollte es im Regen spazieren? Oder sollte es ein Gedicht schrieben? Sollte es tanzen lernen? usw. Wenn du verstehst, was ich meine.
Ich würde den Text noch ein wenig ausbauen, damit er ein bisschen länger wird, und man mehr das Gefühl hat, dass das Versagen tragisch ist und dass das Mädchen versucht, nicht zu versagen.

Auch könntest du noch mehr Gedanken und Gefühle des Mädchens einbauen. Vorschlag (z.B): "Die Gedanken türmen sich und die Welt verschwimmt vor den glasigen Augen des überforderten Mädchens. Ihm wird schwindelig."
Damit es einem mehr berührt.
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Am 05.10.2023, ~Onades~
Ich habe etwas neues versucht. Diese Geschichte ist mir wichtig, dennoch ist mir bewusst, dass es noch einiges zu bearbeiten gibt und vieles ist noch nicht ganz so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich würde mich über Feedback/Verbesserungsvorschläge freuen.