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Ever a Moment, Wahrheit 5.

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Fireheart
Veröffentlicht: 07.08.2022 13:16
Aktualisiert: 07.08.2022 13:16
Kategorie: Fantasy
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Text

5.

S

ie wanderten immer weiter nach Südwesten. Sam hatte den vollen Überblick verloren, wo sie sich befanden, doch Clare schein genau zu wissen, in welche Richtung sie gehen mussten. Zu dritt überquerten sie Felder, Blumenwiesen, Wälder und bestiegenen Berge. Clare heilt sie von den Dörfern fern. Manchmal flüsterte seine Magie Sam zu, wie in den fernen Dörfern mit Eisen geschmiedet wurde, wie trainiert und gewartet wurde. Sam bekam ebenso mit, wie Clare nervöser wurde, desto weiter wie kamen. Neron schien nichts davon zu merken. Frischfröhlich jagte er Kaninchen und Eichhörnchen nach. Noch waren sein Versuche eher amüsierend. Doch bald würde es Neron sein, der ihnen das Fleisch brachte. Lächelnd blickte Sam nun zu, wie Neron versuchte im Tempo eines Eichhörnchens den Baum hochzuklettern. Schien Neron runterzufallen, benutzte er einen Strang seiner feurigen Magie wie eine Liane, schwang sich zurück zum Baum und kletterte weiter. Der Assassine machte es sich am gegenüberliegenden Baum gemütlich. Immer bereit Neron aufzufangen, würde der Teufelstiger es mal selbst nicht hinkriegen. Clare war jagen gegangen. Sam nahm das Buch aus seinem Bündel, legte es sich auf den Schoss und starrte darauf. Seit er es bekommen hatte lies es ihn nicht mehr los. Jedes Mal, wenn Clare jagen ging, holte er es hervor. Doch hatte es noch nie aufgeklappt. Mit dem Daumen strich er über den Ledereinband. Er war schon alt und bröckelte. Nerons miauen liess ihn das Buch schnell wieder verstauen. Gemeinsam hatte er mit Neron eine Art Frühwarnsystem entwickelt. Kam jemand Vertrautes, miaute der Kater. Kam jedoch jemand unbekanntes, knurrte der Tiger aus tiefster Kehle. Kaum hatte Sam das Buch verstaut, landete eine Gämse mit aufgerissener Kehle vor ihm. Eine Sekunde später landete Clare und verwandelte sich. Neron kam auf sie zu und sprang die Söldnerin an. Die verwandelte sich in den Schneeleoparden und balgte sich spielerisch mit dem Teufelstiger. Während Sam sich um das Fleisch kümmerte, fragte Clare Neron miauend: «Weisst du wer ich bin?» Kurz hielt der Kater inne und blickte seiner Retterin in die Augen. Sein miauen bejahte ihre Frage. Clare wandte den Blick ab. Da legte Neron ihr die Pfoten auf die Schultern und drückte seine Nase in ihr Fell. Gleichzeitig sang ihr sein Feuer ins Ohr: «Ich verrate weder deine Geheimnisse noch Sams. Doch ich werde dich beschützen, bis die Dunkelheit mich holt.» Gerührt erwiderte Clare seine Geste. Sam blickte zu ihnen hinüber. Er hatte Nerons Magie gespürt, konnte sie aber nicht entschlüsseln. Als die beider wieder anfingen sich zu balgen, wandte sich Sam wieder der Gämse zu.

Später rief Sam die beiden zum Essen. Erschöpft kam Neron und legte sich vor ihm hin. Clare wollte ihm gerade folgen, als sich ihr die Nackenhaare aufstellten. Langsam sah sie sich um. Neron begann zu knurren. Mit einem Aufblitzen verwandelte sich Clare zurück und zog ihr Schwert. Im selben Moment trat ein hochgewachsener Mann aus den Bäumen.

Chase war ihnen lange Zeit nur gefolgt. Als ihm jedoch klar wurde, was Clare tun würde, wenn sie ihr Ziel erreicht hatten, machte er sich daran sie einzuholen. Seine Freundin würde jede Unterstützung gebrauchen können. Und als sie gemerkt hatte, dass etwas nicht stimmte, wusste Chase, dass es Zeit war sich zu erkennen zu geben. Kaum war er aus den Bäumen auf die Lichtung getreten, war der Teufelstiger über ihm und griff ihn an. Da schrie Clare. Sofort hielt der halbwüchsige Tiger inne, die Krallen an seiner Kehle und wandte sich zu ihr um. Der Söldnerin liefen Tränen über die Wangen. «Nicht, Neron. Das ist ein Freund.» Auf diese Worte hin nahm der Kater seine Krallen weg und trat beiseite. Kaum hatte sich Chase aufgerappelt, fiel ihm Clare um den Hals.

Sam sah, Neron an seiner Seite, verdattert zu, wie Clare dem fremden Mann um den Hals fiel. Weinend klammerte sie sich an ihn. Der Mann wirbelte sie einmal herum. Schliesslich hatte sich Clare so weit beruhigt, dass sie den Krieger losliess. Leise hörte er sie murmeln: «Ich dachte du wärst tot!» Mit einem kleinen Lächeln antwortete der Mann: «Ich glaube das war ich auch.» Die Gestaltwandlerin boxte ihm gegen die Schulter. Dann wandte sie sich ihren beiden Gefährten zu. Ein Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht. «Sam, Neron, darf ich euch vorstellen? Chase Bodine, Gestaltwandler und ehemaliger Captain der königlichen Garde von Fanjari. Chase, das sind Sam Merti und Neron, meine Begleiter auf dieser Reise.» Beide Männer wechselten einen Blick und verspannten sich. Clare wechselte einen Blick mit dem Teufelstiger. Daraufhin stellte sich Neron zu Sam und schubste ihn. Im selben Moment stiess Clare Chase um. Beide Männer sahen, auf ihren Hintern sitzend, zu Clare hinauf. Die schnalzte mit der Zunge. «Kein Alphamännchengehabe, Jungs.» Es sah irgendwie witzig aus, wie Clare sie mit verschränkten Armen ansah, Neron neben ihr, mit demselben Blick. Chase schnaubte: «Du bist das grösste Alphamännchen, das ich kenne.» Clare blickte in den Himmel hinauf. «400 Jahre und dann wird man von seinem besten Freund so behandelt.» Chase lachte leise. Schliesslich stellte Clare ihm die Frage, die ihr auf dem Herzen brannte. Oder besser gesagt eine von ihnen. «Wirst du bei uns bleiben?» Sam nahm die Unsicherheit in Clares Stimme wahr, während er aufstand und sich den Dreck von der Hose wischte. Der Captain bejahte. Clare strahlte. Sam erstarrte. Als die Söldnerin es bemerkte, begann sie boshaft zu grinsen. «Komm wir machen einen Spaziergang, Neron», meinte sie. «Dann können sich die Herren aussprechen bis wir zum Essen zurückkommen.» Chase nickte knapp. Gleich darauf waren sie verschwunden. Ins seinem Kopf hörte Sam Clares Lachen.

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