Moore sind mein Leben III

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Aida
Veröffentlicht: 07.05.2020 21:02
Zuletzt aktualisiert: 16.06.2020 23:09
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Kurzbeschrieb:
Kapitel 1

Text

Als ich eines Morgens in der Energie draussen spürte, dass Wanda, meine Vorgängerin, mich rief, wurde ich sofort hellwach. (Nein, damals hatte ich keinen Körper und ja, dennoch hatte ich geschlafen). Ich hatte mich so lange darauf gefreut, endlich Moorfrau zu werden und zu Erde herabzusteigen und die Menschen zu sehen, und ich war lange traurig und sehnsüchtig und gar ungeduldig, weil ich nicht warten konnte, und wusste nicht, was ich tun soll. Aber die Zeit ist trotzdem sehr schnell vorbei gegangen. Und dann war der «Tag» plötzlich da, dass ich zur Erde gehen konnte, und ich flitzte wir ein Sturmbolzen zur Erde und betrachtete den schönen blauen, grünen, orangenen Planeten. Genau meine Farben, dachte ich mir und da hörte ich wieder das stöhnende Schreien von Wanda, meiner Vorgängerin. Noch als Geist irrte ich zu ihr, und es ist immer unterschiedlich, wie die neuen Moorfrauen «auf die Welt kommen». Meist stampfen sie sich einen Körper aus dem Moor mithilfe der Vorgängerin, oder die Vorgängerin gebärt sie, wie ein normaler Mensch, aber wichtig ist, dass ich jetzt meinen Körper für die nächsten «Jahre» und Momente und das nächste Leben auf diesem Planeten bekomme. Wanda habe ich schnell gefunden. Wichtig war für mich nur, dass ich meine Gedanken ganz sanft, aber bestimmt auf Wanda konzentrieren musste und ein Lichtschubs mich dorthin brachte wo ich hinwollte und dabei musste ich gar nicht viel machen. Das Loslassen und Lassen und Fallenlassen ist wichtig. Und auch das Geben nach dem Nehmen. Es ist so eine grosse Dankbarkeit hier, wenn ich hierhergebracht werde, wo ich hinwill. Diese Kraft ist so wunderbar und ich liebe sie.
Und dann stand ich also schon auf dem hellen, leuchtenden Moor mit den sanften Nebelschwaden. Und ich könnte gar nicht sagen, wo genau auf der Erde ich bin, aber das ist auch nicht wichtig. Ich sah einfach das Moor mit meinen neuen Augen und verliebte mich augenblicklich. Sowie Wanda auch energetisch an einen anderen Ort ihres Beliebens ging, fiel ich auf die Knie und verbog mich tief, ganz tief vor dieser Kraft, die mich hier empfangen hatte. Damit ich meine Aufgabe dann auch erfüllen können werde, muss Ich ebenfalls diese Kraft empfangen. Ich versank im Moor selbst, spürte die Wasserteilchen um mich fliessen und schwingen und sagen: Ja! Wir wollen dich! Herzlich Willkommen. Die Grasatome schmiegten sich ganz zart in meine Energie, die Moosatome legten sich in meine Energie. Bis ich nur noch aus Gras, Moos und Wasser bestand.

Als Moorfrau.

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