Meyer

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Nachtkatze
Veröffentlicht: 22.05.2019 21:54
Zuletzt aktualisiert: 22.05.2019 22:04
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Kurzbeschrieb:
Gedanken einer idealistischen Wutbürgerin

Text

D Wäut uf der angere Site vom Fänschter ruuscht a mir verbii. Hässig. Hässig machts mi. I chas gar nid rächt erkläre, wieni mi füele. Es isch so ungrächt! Aus hätti e Kloss im Haus, wo mi nid laht la schnuufe. I verstahs eifach nid. I füele mi machtlos. Iz würdi aues gä zum mit däm z rede. Z diskutiere. Z frage: "Was geit i dir vor?". Nei, i müesst ne äue sieze. Mi Buuch chribelet u i bi raschtlos. Aber är läbt ire angere Wäut, i wirde nie o nume es Wort mit ihm gwächslet ha. Drbii geit är o mitem ÖV ga schaffe, wiener gärn betont. Natürlech, mueser ja fasch. Vilech triffine ja doch mau, wener usemne BLS Zug (ja, die nimmter o!) im Wankdorf usstigt. De würdi säge: "Grüessech, dörfti öich mau öppis frage?". U när würdi loslege. Ä Betrieb, bundesnah, das heisst teilwiis vom Bund u somit vom Stüürzahler subventioniert, het e Chef mit somne Lohn? Wie rächtfertiget sech e Chischtä im Jahr? Är würd aauglatt antworte. Di Frage het är scho viu ghört. D Wörter würdenim nid usgah. Är schaffi schliesslech 200%. Mache angeri o, u die chöi grad so knapp d Krankekasse zahle. Är heig lang studiert u sech ufegschaffet. Das isch es Argument, aber nid für söfu viu Gäud. Usserdem tragi är e riise Verantwortig fürne riise Betrieb. Aber nid d Verantwortig fürnes Mönscheläbe, wiene Chirurg zum Bischpiu. Öbi de mit ihm tuusche wöui. Nei, das nid, um kes Gäud. Aber es göng mir drum, dass sis Aalige doch söui sii, dass d Lüt meh mitem ÖV fahre. Dass sechs weniger lohnt, mitem Outo z fahre. Dasses nid normau mues si, dass jede es Haubtax het. Dass es GA wo scho ize meh aus e haube Monetslohn vore normale Person choschtet, nid no tüürer mues wärde. Dass jungi Lüt witerhin vomne günschtige Gleis 7 Abo chöi profitiere. Und das aues nid, wöu sechs finanziell lohnt, sondern wöus ar Natur, de überlaschtete Strasse u vor auem am Staat öppis bringt. Drum ischer ja bundesnah, der Betrieb. U dass für Lüt, wos eh scho nid so eifach hei, Gäud technisch gseh, d Priise stige, drmit am Chef 14% meh Lohn cha uszaut wärde (wüus ja schliesslech es guets Gschäftsjahr isch gsi) isch doch eifach ungerächt. Oder nid? Das isch nid z gliche wie ir Privatwirtschaft. Es sött nid drum ga, geng meh Umsatz z mache, sondern dass aui profitiere. D Chunde, d Mitarbeiter, der Staat u vo mir us o der Chef. Eifach im Mass. I sig idealistisch. So loufis im ächte Läbe nid. Wüsster, i gloube dir würdet o no mit der Heufti vo däm Gäud über d Rundine cho. Meineter nid? Das sig nid der Punkt. Wenn si Lohn kürzt würd, de würder haut abspringe, zu öpperem wo besser zaut. U de müessti de di Sommaruga luege, vowo si e kompetänti Fachperson härbechömi. Dass dir würdet zum beschtzahlende gumpe, gloubeni sofort, würdi ihm säge. Offesichtlech machet dir Göschene-Airolo nid nume mitem Zug, sondern o mit däm Thema. Da ine, dert use, bi so kommunistischem Gschwätz. Wo blibt öichi Empathie? Öichi Nächschteliebi? Öiche Grächtigkeitssinn? DAS verstani nid. Ig weiss, dass öiche Lohn brancheüblech isch. Aber dass dir das säuber nid chli fautsch findet, fingeni komisch. U macht mi hässig. Wöu ig nid so wär. Gloubeni. Hoffeni. Mit eire Million chönt e Durchschnittsbürger mindischtens 15 Jahr läbe. Das laht mi nid los. I säge ja o gar nid, dass dir wiene Durchschnittsbürger müesst verdiene. Aber eifach nid ganz eso viu. Heiter nech das aues no nie überleit? Aus Sohn vomne Isebänler. Är heigi leider ke Zyt mit mir witer z diskutiere. Schliesslech heig är e Betrieb z leite. Är müessi los.

I wache us mine Tagtröim uf, wone aagnähmi Frouestimm seit: "Wir treffen in Bern auf Gleis 7 ein. Ausstieg in Fahrrichtung rechts. Endbahnhof, wir bitten alle Reisenden auszusteigen und verabschieden uns von Ihnen." No i Gedanke versunke stigeni us, iz Gwüu vode Pändler. Vor mir louft e Maa, Mitti füfzgi, mit Brüue u churze Haar. Nei. Das gits doch nid! I due z Muu uf u hole Luft - aber da ischer scho zwüsche de Lüt verschwunde. U es blibt nume dr Kloss i mim Haus. Hässig bini nümm. Es bringt ja doch nüt.

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