Dreambrothers (Kapitel 8)

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Nederlandfreak
Veröffentlicht: 07.01.2018 22:50
Zuletzt aktualisiert: 07.01.2018 22:52
Kategorie: Fantasy
Tags: Traum, Träume, stadt
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Wie findet ihr die Geschichte bis jetzt eigentlich so? Kommentare sind immer erlaubt (bin für jede Rückmeldung offen) ;)

Text

Gewaltsam zog der Mann mit der Pistole David aus dem Schrank heraus und schubste ihn zum Dicken, welcher begann, seine Arme hinter dem Rücken festzuhalten. David versuchte sich mit aller Kraft aus der menschlichen Fessel zu lösen, doch der Mann war zu stark. Der andere Mann richtete die Pistole auf David und fragte ihn: «Wo ist der andere?» «Welcher andere?», fragte David verwirrt. «Na der, der vorhin auch gerade im Schrank lag, du Idiot!», schrie ihn der Pistolenmann an und richtete seine Waffe genau auf Davids Stirn. Meinte er etwa Martin? Tatsächlich, als David aus den Augenwinkeln zum Spülbeckenschrank guckte, war da niemand mehr zusehen.

«So Freundchen, du sagst uns jetzt besser wo dein Kumpel ist, sonst-», begann der angsteinflössende Mann. Doch weit kam er nicht mit seinen Worten. Es krachte, ein hoher Ton erklang und er sackte zu Boden. Martin stand direkt hinter ihm und hielt seine Bratpfanne in der Hand, mit der er gerade dem Anzugträger eins übergezogen hatte. Blitzartig ergriff er dann seine Pistole und richtete sie auf die anderen Männer. «Das war ganz schön dumm von euch, sich mit uns anlegen zu wollen!», rief Martin in den Raum. «Martin, was machst du da? Leg die Waffe weg!», rief David dazwischen. Doch Martin lachte nur laut. «Na los, verzieht euch! Raus aus meiner Wohnung!», befahl er den Männern. Diese taten wie geheissen und marschierten ganz normal, ohne ihr Gesicht zu verziehen aus der Wohnung hinaus. Auf der Türschwelle drehte sich der Dicke um und sagte grinsend: «Glaub mir, wir sehen uns noch!» Als die Gruppe weg war, sagte David zu seinem Arbeitskollegen: «Deine Wohnung? Ernsthaft?» Martin zuckte nur mit den Schultern und antwortete: «Immer hin sind sie jetzt weg.»

David beachtete diesen letzten Satz des Dickeren gar nicht. Er hatte gerade wichtigeres im Kopf. Um jeden Preis musste er den Ohnmächtigen aus seiner Küche schaffen. So packten David und Martin an und transportierten ihn zur Tür hinaus, begaben sich auf das Trottoir vor dem Wohnhaus und setzten ihn einfach in einen Bus, der gerade an der Haltestelle anhielt. Hoffend, dass keine neugierigen Augen das Spektakel verfolgt hatten, begaben sich die zwei vorsichtig zurück zum Wohnhaus. Als David nach rechts blickte, sah er Fred, der wie jeden Morgen den Bürgersteig vor seinem Champagnerladen wischte. Der etwas ältere Verkäufer hielt den Besen in einer seiner Hände und hatte wohl aufgehört zu wischen, als die beiden den bewusstlosen Mann zum Bus trugen. Abrupt hielten David und Martin an. Verwirrt vom Geschehenen, starrte Fred seinen Nachbarn schockiert an. «David, ist alles in Ordnung bei euch?», fragte er etwas besorgt. «Ähm…ja klar, wir mussten nur, ähm…» «Wir mussten einem Freund helfen. Er hatte wohl gestern zu tief ins Glas geschaut», unterbrach Martin David lachend. Fred aber, starrte die beiden immer noch fassungslos an. Die Situation entwickelte sich zu einer merkwürdigen Stille. «Alles klar, dann ist ja gut», beendete Fred die Stille, stand aber noch lange mit fokussiertem Blick da, kehrte ihnen dann den Rücken zu und wischte weiter. David und Martin atmeten auf. «Das ging nochmal gut aus!», rief Martin aus und setzte sich auf die Treppe vor dem Wohnhaus. «Du machst Scherze oder? Vier Männer im Anzug sind in meine Wohnung gestürmt, haben die Tür kaputt gemacht und wollten uns töten! Und das sagst, dass das gut ausging? Lauryn wird mich umbringen!», schrie David seinen Kollegen an.

«Weshalb sollte Lauryn wütend auf dich sein? Sie ist deine Freundin, sie wird ja sehen, was passiert ist», versuchte Martin David zu beruhigen. «Weil sie mir schon meine Geschichte mit der Verfolgung nicht glaubte!» «Naja, ich muss zugeben, dass diese Geschichte auch nicht wirklich glaubhaft wirkt», sagte Martin mit einer etwas provokativen Betonung. David verrührte genervt die Hände. «Wieso, wieso will mir keiner diese Geschichte glauben? Ich drehe noch durch!» «Könnt ihr mal aufhören so rumzuschreien?» Eine Stimme, die David sehr bekannt vorkam, meldete sich ein paar Meter hinter ihnen. Elias stand auf dem Bürgersteig, mit dem Arm und einer lässigen Pose an die offenstehende Tür seines gelben Taxis gelehnt. Er strahlte förmlich mit seinen blonden, schulterlangen Haaren und lächelte die beiden gelassen an. Auch das noch, dachte sich Jeffrey.

«Habe ich dir nicht ausdrücklich gesagt, du sollst auf deine Träume aufpassen?», fragte Elias David, der nun mit wütender Miene auf ihn zu lief. «Du schon wieder? Warum tauchst du immer dann auf, wenn so merkwürdige Dinge passieren?» David fuchtelte wild mit seinen Händen herum. Sein Lebensretter Elias aber packte seine Hände mit einer solchen Kraft, dass es schon fast wehtat und sagte ihm bestimmt: «Ist dir eigentlich auch schon aufgefallen, dass ich dann auftauche, wenn dich solche Anzugsmänner verfolgen?» David dachte nach und zog seine Hände wieder zu sich.

«Jetzt beruhige dich und steigt bitte beide in mein Auto ein», bat Elias die beiden von den Anstrengungen verschwitzten Männer. «Stopp, ich steige bestimmt nicht in ein Auto eines Fremden, das kannst du gleich wieder vergessen, auch wenn es ein Taxi ist!», reklamierte Martin. David schaltete sich ein: «Jetzt komm, von Elias weisst du ja bereits Bescheid. Er ist eigentlich ein guter Kerl. Schliesslich hatte er mein Leben gerettet.» Elias drehte sich zu ihm um, lächelte ihn an und sagte zu ihm: «Danke.»

So kam es, dass sich David wie in der vorigen Nacht auf den Beifahrersitz setzte und dieses Mal Martin direkt auf den Sitz hinter ihm. «So meine Lieben, dann geht die Reise weiter», sagte Elias, während er sich in das Taxi begab und die Tür zu machte. Verwirrt blickten sich David und Martin an und fragten wie aus einem Mund: «Wohin denn?» «Ihr seid ja Witzbolde. Na zu eurer Arbeit! Ich weiss nur nicht, wodurch es geht. Daher wäre ich froh, wenn mir jemand von euch den Weg lotsen könnte» Elias fuhr los und bahnte sich und seinen zwei Mitfahrern den Weg durch die engen und vielbefahrenen Strassen der Stadt. David und Martin versuchten ihm so gut es ging Anweisungen zu geben. Da die Kulissen der Stadt eigentlich fast alle gleich aussahen, war es sonst eher schwieriger den Weg zu finden. Die Strasse verlief mitten durch Reihen von Backsteinbauten. Es war immer das gleiche Schema. Zuerst befanden sich noble Restaurants rechts der Strasse und links waren schön eingerichtete Bars und Clubs zu finden. Nach mehreren Häusernummern, die von Restaurants, Bars und Clubs besetzt waren, kamen Wohnungen und Häuser an die Reihe, proportional verteilt auf beiden Seiten, dann wiederholte sich das Schema immer wieder. Die meisten der Strassen waren so aufgebaut. Die hellbraunen Backsteinfassaden der Gebäude waren geschmückt mit verschiedenen Verzierungen aller Art. Es gab keine Wand, die nicht mit einer Säule, Schnörkel oder sonstigem verziert war. So lenkten die vielen Verzierungen von der auffallenden Proportionalität und den schon fast langweiligen Strassenläufen ab.

Nach einer Menge von Abbiegungen und Kurven fuhren sie auf einer langen Strasse, die auf der linken Seite einem grossen, starkfliessenden Fluss folgte. Auf der linken Seite erstreckten sich Wolkenkratzer, die aber immer weniger wurden, je mehr sie aus der Stadt fuhren. Beim nächstgelegenen Kreisverkehr nahm Elias die dritte Ausfahrt und fuhr so in eine etwas abgelegene Geschäftsmeile ein. Hier befanden sich nicht etwa kleinere Privatgeschäfte. Beim Durchfahren konnte David einige kurze Blicke auf Läden von Gucci oder Swarovski erhaschen. Er war es sich zwar gewöhnt, schliesslich fuhr er praktisch jeden Tag da durch. Dennoch war es immer wieder interessant, wie viele Leute sich in den verschiedenen Läden tummelten und wie viel Verkehr es auf der Strasse hatte. Dementsprechend lagen auch die Nerven ihres Fahrers blank. Wuchtig kurbelte Elias das Fenster runter und schrie aus dem Taxi raus: «Verdammt nochmal, fahr endlich! Nichts tun kannst du auch zu Hause!» «Mann, du bist ja mal ein guter Taxifahrer», bemerkte Martin auf der Rückbank. Von Elias erntete er aber nur einen bösen Blick im Rückspiegel.

Nach der pompösen Strasse mündete eine Linkskurve dann in das hauptsächliche Firmenquartier, Hier waren vor allem hochrangige Banken, Produzenten von Liedern und Filmen und Versicherungen anzutreffen. Die Versicherungsfirma, in der David und Martin arbeiteten, befand sich direkt zu Beginn der Strasse auf der linken Seite. Elias fuhr langsam an den Bordstein ran. «Du meine Güte, das geht hier wohl auch nicht ganz sauber zu, nehme ich an», sagte er mit einem darauffolgenden, sarkastischen Lachen. «Glaube mir, weiter nach hinten willst du gar nicht fahren», sagte David. Das meinte er ernst. In der längeren Vergangenheit hörte David von merkwürdigen Vorgängen, illegalem Handel mit Drogen und Waffen, für aussenstehende unerklärlichen Geldverlauf und noch viele weitere Dinge. Auch manche von diesen Anzugmännern, sollen sich in diesem Viertel gezeigt haben.

«Uh, hört sich echt schaurig an, dabei sieht es hier gar nicht so zwielichtig aus», sagte Elias, nachdem David ihm das alles erzählte. «Ich unterbreche ja nur ungerne eure Märchenstunde, aber ich gehe jetzt zur Arbeit. David kommst du jetzt mit?», warf sich Martin dazwischen. David überlegte kurz und antwortete: «Nein, schon gut, habe mich ja abgemeldet.» Ohne einen weiteren Wortwechsel schloss Martin die Autotür und begab sich zum glasigen, hohen Versicherungsgebäude. «Was soll denn das? Bist du etwa zu faul um zur Arbeit zu gehen?», fragte Elias, als er ausparkte und das Auto wieder auf die Strasse lenkte. «Du verstehst das falsch. Ich habe mir nur gedacht, dass es besser wäre zu Hause zu bleiben nach der langen Nacht», versuchte sich David recht zu fertigen. «Ach, ich kanns verstehen, wenn man keinen Bock auf so einen Job hat. Ich meine, das muss echt langweilig sein, den ganzen Tag im Büro zu sitzen und irgendwelchen Papierkram zu erledigen», antwortete Elias während er den Blinker setzte.

«Ich bin sehr zufrieden mit meinem Job. Der Gehalt ist auch nicht gerade schlecht, wenn ich ehrlich bin», sagte David grinsend. «Hast du noch nie richtig Lust auf Spass gehabt? So auf ein Abenteuer oder irgendwas Aufregendes?» David dachte über diese Frage nach. Ab und zu, ganz selten, hatte er schon Lust auf etwas Abwechslung. Aber schliesslich konnte er selbst dagegen nichts machen. Er lebte sein Leben, ging zur Arbeit und verdiente Geld, um hin und wieder mit Lauryn zu vereisen. Eigentlich war er so zufrieden, wie es jetzt war. Schliesslich war es nie anders und wenn er ehrlich war, waren die Ereignisse in den letzten 24 Stunden genug Aufregung für seine Nerven.

Jedoch, je mehr es sich David überlegte, desto mehr bekam er Lust auf Action. «Komm schon, ich spüre es und sehe es dir an, dass du ein Verlangen nach Spass hast», sagte Elias plötzlich mit Freude in der Stimme. Als sie gerade an einem Louis Vuitton-Laden vorbeifuhren, liefen vor ihnen auf dem Gehweg drei Männer in Anzügen und Hüten. Es war nicht möglich zu erkennen, um was für Männer es sich handelte, aber David ahnte nichts Gutes. Glücklicherweise befanden sich die beiden so oder so im Taxi, es konnte also nichts passieren. Dachte David jedenfalls. Denn diese Rechnung hatte er nicht mit seinem Freund Elias gemacht.

«Na komm, jetzt gibt es einen Adrenalinkick!», sagte Elias laut und lachend, mit einer schon fast wahnsinnigen Stimme. Noch bevor sich David einmischen konnte, drückte Elias das Gaspedal durch und steuerte auf die Gruppe von Männern zu.

Kommentare

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Vor 1 Woche, Nederlandfreak
Hey Anina
Vielen Dank für dein Feedback. Hihi ja, die Fortsetzung ist bereits in Arbeit. :)
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Vor 1 Woche, Anina
Fleissig!! Und gut gemacht. Bin gespannt auf den nächsten Teil. :D