Last leaves the last (Kapitel 10)

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Nederlandfreak
Veröffentlicht: 16.05.2016 23:04
Aktualisiert: 16.05.2016 23:04
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Geschockt drehte sich Jeffrey um. Leonard stand in seiner Tür und blickte ihn mit wütendem Blick an. Er hasste es, wenn Jeffrey aus seinem Fenster sah, um die vorbeigehenden Leute zu beobachten. Sein Vater fand, dass sich dies einfach nicht gehörte. Doch, es kam kein erneuter Wutausbruch, wie es Jeffrey eigentlich erwartet hatte. Die beiden standen lange da und starrten einander beharrlich in die Augen. Jeffrey wusste in diesem Moment nicht, was er tun sollte. Sollte er etwas sagen? Was erwartete sein Vater jetzt von ihm?

Statt irgendetwas zu sagen, was dieser merkwürdigen Situation ein Ende hätte setzen können, traute er sich nicht einmal mit der Wimper zu zucken oder gar zu atmen. Dann passierte etwas, was Jeffrey seit dem Tod seiner Mutter nicht mehr gesehen hatte. Leonard, sein Vater, sein Vorbild, er, der vor Jeffreys Augen immer möglichst stark blieb, kniete sich auf den harten Parkettboden und brach in Tränen aus.

Es war ein merkwürdiger und ein sehr emotional heftiger Augenblick für Jeffrey. Er musste gerade mitansehen, wie sein Vater vollkommen verzweifelt auf seinem Zimmerboden kniete, voller Frust schluchzte und ihm die Tränen, wie in Bächen über die Wangen liefen. Jeffrey beschloss, seinen Vater auf die Bettkante zu ziehen und neben ihn zu sitzen, damit er versuchen konnte, ihm ein wenig Trost zu spenden, auch wenn er nicht nachvollziehen konnte, weshalb Leonard auf einmal so sehr in Tränen ausbrach.

«Weisst du das alles steigt mir zu Kopf. Ich muss in letzter Zeit so vieles ertragen und dann kommt noch das mit Mrs. Maryl…Ich kann nicht mehr! », klagte sein Vater. Nun hämmerte sich Leonard mit der geballten Faust auf sein rechtes Bein. Die ganze Situation war für Jeffrey mehr als seltsam. Er war sich daran gewohnt, dass sein Vater in jeder Situation und egal was war, stark blieb. «Jeffrey…Ich glaube, es wird Zeit dir etwas zu sagen», begann Leonard. Wie es aussah, war es sehr schwierig für ihn, diese Worte über seine Lippen zu bringen. «Deine Mutter starb nicht wegen eines Unfalls…», beendete Leonard den Satz. Was sollte das bloss heissen? Jeffreys Mutter starb also nicht wegen eines Unfalls? Er konnte es kaum glauben. Man hatte alle Beweise. Das zerrüttete Auto, die Fahrpapiere und schliesslich auch den Leichnam seiner Mutter. Wie war das nur möglich? Viele Gedanken rasten durch Jeffreys Kopf. Er brauchte Antworten und zwar um jeden Preis.

«Dad, was soll das heissen? », fragte Jeffrey verwirrt nach. Leonard gab seinem Sohn keine Antwort, sondern heulte weiter vor sich hin. «Dad! Rede mit mir! », hakte Jeffrey nach. Nun sah ihn Leonard direkt an. Seine Augen waren gerötet und seine Wangen wegen den Tränen verschmiert. Noch nie hatte Jeffrey seinen Vater so dermassen unglücklich gesehen. Nicht einmal am Tag, als seine Mutter gestorben ist.

«Ich habe alles mitgehört Jeffrey. Alles, was die Jugendlichen da draussen besprochen haben. Die Geschichte über den Goatman, einfach alles. Auch wenn du es nicht glaubst, aber das alles ist wahr. Es gibt diesen verfluchten Goatman, ja. Dieses widerwärtige Viech ist schuld am Tod deiner Mutter! Er, nein Es, stand damals auf der Strasse, als sie nach Hause kommen wollte. Ich war damals krank und musste daher auf dich aufpassen. Du warst damals noch ein so süsser, kleiner Racker! », sagte er, den letzten Satz lächelnd. Nun war Jeffrey geschockt. Das Wesen, welches ihm in den letzten Wochen so erbärmlich auf den Sack ging, war tatsächlich schuld am Tod seiner Mutter. Nur, weshalb?

Leonard bemerkte den fragenden und zugleich schockierten Blick seines Sohnes und fuhr fort: «Die Strasse war unbeleuchtet und man sah nur gerade die ersten paar Meter, die von den Autoscheinwerfern beleuchtet wurden. Zudem war es abnormal neblig. Der Goatman stand urplötzlich, wie aus dem Nichts, einfach vor ihrem Auto. Sie versuchte zu bremsen, dies funktionierte aber nicht. Es war kein Zufall, dass der Goatman gerade zu diesem Zeitpunkt dort stand. » Jeffrey war verwirrt. Auch wenn der Goatman dort stand, nie im Leben konnte das Auto einen solchen Totalschaden abbekommen. Rein physikalisch war dies unmöglich. Jedoch traute sich Jeffrey nicht, diese Frage zu stellen.

«Es hat einen bestimmten Grund, weshalb du diese Visionen und Träume hast, Jeffrey. Auch ich musste dies eine Zeit lang erleiden. Als es dann bei mir nach langer Zeit endlich vorbei war, hoffte ich, dass ich nun mit dem ganzen Mist abschliessen konnte. Aber nein, es dauerte nicht einmal einen Monat und jetzt sind wir an diesem Punkt», erzählte sein Vater und wischte sich mit seinem Taschentuch die Tränen ab. Wenn sich Jeffrey genauer darüber Gedanken machte, konnte er sich relativ gut daran erinnern. Sein Vater sah damals sehr kaputt aus. Er hatte dunkle Augenringe wie sonst was und auch seine Haut wirkte älter und hatte viele Falten. Oft stand Leonard einfach so mitten in der Nacht in Jeffreys Tür und war für einen kurzen Augenblick nicht ansprechbar. Jeffrey glaubte, dass sein Vater einfach überarbeitet war. Deswegen vergass er diese Sache auch für einen Augenblick.

Etwas war Jeffrey aber noch unbeantwortet. In seiner letzten Vision, bei der er Mrs. Maryl k.o. geschlagen hatte, kritzelte der Goatman dieses merkwürdige Zeichen an die Wandtafel. Ein kleiner Kreis in einem etwas grösseren Kreis, darin ein Dreieck und hindurch eine waagrechte Linie. Es war ein Symbol, dessen war Jeffrey sicher. Jedoch stellte sich die Frage, wofür dieses Symbol stand und was ihm der Goatman damit sagen wollte. Auch wenn sich Jeffrey kaum traute, musste er es einfach wissen.

«Heute, in dieser Vision, sah ich den Goatman, wie er ein merkwürdiges Zeichen an die Wandtafel malte. Es war ein Dreieck, umrundet von zwei unterschiedlich grossen Kreisen und hindurch eine waagrechte Linie. Was hat dies zu bedeuten? », fragte er schliesslich. Er war sich sicher, dass Leonard auch davon etwas wusste. Auf der Stelle sah er auf und hörte schnurstracks auf zu weinen. Er war so überrascht, dass er sogar sein Taschentuch fallen liess. Leonard sah Jeffrey an, während seine Pupillen rasant schnell wuchsen. Es machte Jeffrey schon fast ein wenig Angst. Es wurde für eine kurze Zeit so unbehaglich, dass Jeffrey schon fast dachte, dass er wieder in einer neuen Vision war. Leonard stand abrupt auf und liess ein kurzes «Gut Nacht» über seine Lippen gleiten, worauf er sich aus dem Zimmer begab. Auch wenn ihn die ganze Situation sehr in Fragen versinken liess, wusste er eines. Sein Vater hatte etwas zu verbergen. Etwas Unschönes

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