Lausche dem Regen
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Lausche dem Regen
Ich sitze in meinem Zimmer und lausche dem Regen. Lausche ihm, verstehe ihn, fühle ihn, höre ihn, bewundere ihn. Er fällt und fällt, unbeeinflusst, unberechenbar, Stunde um Stunde, Tag für Tag. Menschen verfluchen ihn, Menschen lieben ihn, aber er tropft und tropft, immer im gleichen Rhythmus.
Ich lausche dem Regen. Er fällt und fällt, unaufhörlich. Kleinste Wassertröpfchen fallen auf die Erde und vermischen sich zu riesigen Fluten, Schlammlawinen, Erdrutsche. Dünne Bächlein werden zu reissenden Strömen und alle zittern. Gewaltige Katastrophen, traurige Schlagzeilen; einen Riesenbummel löst er aus, dieser Regen! Alle hassen ihn, alle verfluchen ihn, alle verzweifeln und niemand versteht ihn; aber er geht seinen Weg. Nur er sieht seinen Sinn.
Ich lausche dem Regen. Ganz leise tröpfelt er aufs Dach. Aus sandigen Wüsten werden blühende Oasen, trockene Samenkörner werden zu schönsten Blumen! Tausende Tiere tränkt er, tausende Pflanzen nährt er; ein richtiger Segen ist er, dieser Regen! Alle lieben ihn, alle beschwören ihn, alle danken ihm, aber er fällt und fällt und niemand versteht ihn. Er kommt und geht wann er will, ganz nach seinem Sinn.
Ich lausche dem Regen und wollte, ich wäre Regen. Könnte Kleines zu Grossem machen, Unscheinbares zu Scheinbarem, Trockenes zu Saftigem und Durstende zu Gesättigten. Ich wollte ich wäre Regen und könnte gehen meinen Weg. Unbeeinflusst, ungezähmt, unberechnet und unabhängig, Tropfen für Tropfen meinen Träumen entgegen.
Nein, ich sage dir, dein Text hat mir gefallen. Es stimmt. Es stimmt genau, was du geschrieben hast!